Die Insel Paros

Nach drei Tagen verlassen wir den idyllischen Ankerplatz von Despotiko und segeln nach Aliki auf der Insel Paros. Es sind zwar nur acht Seemeilen, doch die Strecke ist äußerst abwechslungsreich. Bei wenig Wind geht es zunächst aus der Bucht hinaus. Nach der Landabdeckung von Antiparos erwarten uns dann böige 20 Knoten. Später dreht der Wind innerhalb kurzer Zeit um 180 Grad und flaut schließlich komplett ab. Letztlich erreichen wir Aliki gegen Mittag unter Motor. Die wenigen Plätze im kleinen Hafen werden von Ausflugsschiffen genutzt, für uns findet sich jedoch noch ein Platz in der geschützten Ankerbucht. Die Nacht verläuft herrlich ruhig – wenig Wind und kaum Schwell.

Heute steht das Steno Andiparou, die Passage zwischen Paros und Antiparos, auf dem Programm. Die kleine Insel Remmatonisi liegt mittig zwischen den beiden Inseln und teilt die Passage in eine östliche und eine westliche Durchfahrt. Laut Seekarte haben beide Durchfahrten an der flachsten Stelle nur 3,5 Meter Wassertiefe. Empfohlen wird, die Passage ausschließlich bei Tageslicht und ruhigen Bedingungen zu befahren sowie einen aufmerksamen Ausguck zu halten. Das verspricht eine spannende Durchfahrt zu werden.

Wir entscheiden uns für die westliche Durchfahrt, und unser Tiefenmesser zeigt im schmalen Fahrwasser nie weniger als 4,8 Meter an. Auch nach der Passage bleiben die Bedingungen ruhig – fast schon etwas zu ruhig. So fahren wir unter Motor entlang der Küste bis nach Naoussa und ankern in der malerischen Bucht von Lanyeri.

Am Mittwoch setzt bereits um sechs Uhr morgens Nordwind ein und steigert sich im Laufe des Vormittags auf 25 Knoten. Am Nachmittag erreicht er sogar bis zu 32 Knoten. Der Ankergrund ist zuverlässig, und wir liegen sicher. Gegen Abend kehrt dann wieder Ruhe ein.

Am Donnerstag wechseln wir in die Bucht von Plastira. Hier ankern wir westlich von Naoussa und können den Ort bequem mit dem Dinghy erreichen. Naoussa ist ein beliebtes Ausflugsziel. Es gibt regelmäßige Fährverbindungen zu den Nachbarinseln sowie auf Paros gute Busverbindungen zu allen größeren Orten. Dieses Angebot nutzen wir gerne und erkunden die Insel mit dem Bus.

Am Freitagmorgen starten wir nach Lefkes. Das Bergdorf liegt im Inselinneren und war früher die Hauptstadt von Paros. Ein Spaziergang durch die verwinkelten Gassen zwischen den traditionell kykladischen Häusern ist ein besonderes Erlebnis. Einige der Gebäude stammen sogar aus dem 15. Jahrhundert. Auch die imposante Kirche Agia Triada ist einen Besuch wert.

Von Lefkes fahren wir weiter nach Parikia, dem Hauptort und Hafen von Paros. Wir spazieren durch die lebendige Altstadt mit ihren unzähligen Geschäften, Tavernen und Cafés, schlendern vorbei an der Kirche Panagia Ekatontapiliani und der Burg von Paros, die auf einer antiken Akropolis erbaut wurde. Der schöne Ausflug endet gegen Abend wieder in Naoussa.