Dieses Segeljahr gehört zu den schönsten, seit wir unterwegs sind. Griechenland ist ein herrliches Segelrevier.
Am 1. November beginnt unsere Vertragszeit für den Winterliegeplatz in der Marina von Mytilini. Der Gedanke, bald für mehrere Monate in den Hafen zu gehen, macht uns etwas wehmütig. Gleichzeitig hat dieser Termin aber auch etwas Beruhigendes. Sobald die Leinen sicher am Steg befestigt sind, verändern sich die Aufgaben an Bord. Statt Wetterberichte zu studieren und Routen zu planen, können wir uns wieder mehr um Arbeiten am Schiff und um Ausflüge kümmern.
Und so genießen wir die letzten Tage vor Anker ganz bewusst. Wir wechseln von Skala Loutra in die Bucht von Fteli (Ormos Kavourolimini) am Ausgang des Golfs von Gera. Die kleine Bucht liegt idyllisch und angenehm abgeschieden, weit weg von den Orten rund um den Golf.
Als wir ankommen, liegt bereits ein weiteres Segelschiff hier. Zusätzlich sind mehrere Fischernetze ausgelegt, und der Meeresboden fällt nahe am Ufer steil ab. Dadurch wird das Wasser schnell tief, was die möglichen Ankerplätze deutlich einschränkt. Nicht ideal – aber bei den ruhigen Bedingungen durchaus in Ordnung.
Die Wasserqualität ist hier deutlich besser als weiter im Golf, deshalb können wir noch einmal problemlos den Wassermacher laufen lassen.
Am nächsten Tag wandern wir rund um die Halbinsel südlich unserer Bucht. Irgendwann endet der Weg jedoch plötzlich im Nirgendwo, und wir schlagen uns querfeldein über Schafweiden und Zäune, bis wir schließlich wieder auf einen Pfad stoßen.
Dieser führt zu einer kleinen Fischersiedlung in der Bucht von Katsinia. Wobei „Siedlung“ fast übertrieben klingt – eigentlich stehen dort nur einige einfache Hütten, in denen ein oder zwei Familien leben.
Etwa einen Kilometer weiter endet der Weg schließlich bei einer verlassenen Fischzuchtanlage. Die besseren Zeiten dieser Gegend liegen vermutlich schon länger zurück.
Von dort aus machen wir uns schließlich wieder auf den Rückweg.

