Die Insel Kefalonia

Üblicherweise haben wir ein klares Ziel vor Augen, wenn wir die Leinen loswerfen. Dieses Mal ist es anders. Im Süden von Kefalonia gibt es mehrere Ankerbuchten, die jedoch je nach Windrichtung nur eingeschränkt Schutz bieten. Deshalb beschließen wir, uns die Situation vor Ort anzusehen und erst dann zu entscheiden, wo wir die Nacht verbringen wollen.

Im Südosten der Insel, bei Svoronata in der Pelagos Bay, finden wir schließlich gute Bedingungen vor und lassen den Anker fallen. Im Schutz von Kefalonia liegen wir vor einem traumhaften Sandstrand. Auch Bert und Donna mit ihrer Galu Galu haben hier festgemacht.

Die Nacht verläuft ruhig. Mit Sonnenaufgang dreht der Wind jedoch auf Süd, und schon bald liegen wir unangenehm in der auflandigen Welle. Wir gehen erneut Anker auf und segeln entlang der Südküste Kefalonias in Richtung der Bucht von Argostoli. Je näher wir unserem Ziel kommen, desto weiter dreht der Wind nach Norden. Ab Agia Pelagia kreuzen wir in die Bucht von Argostoli Bei 25 bis 28 Knoten Wind und mit rund sechs Knoten Fahrt arbeiten wir uns im dritten Reff bis kurz vor Argostoli hoch.

Erst gegen Abend lässt der thermische Wind nach und am Ankerplatz kehrt Ruhe ein. Im Hafenbecken ziehen riesige Karettschildkröten gemächlich ihre Bahnen und zeigen sich von den Menschen am Kai völlig unbeeindruckt.

Argostoli ist ein beliebter Anlaufpunkt für Kreuzfahrtschiffe. Fast täglich legt eines der schwimmenden Hotels an, und für einige Stunden füllen Tausende Besucher die Straßen der Stadt. Das Stadtbild hat sich auf diesen Rhythmus eingestellt: Viele Restaurants, Cafés und Geschäfte sind auf die Bedürfnisse der Tagesgäste ausgerichtet.

Sobald sich das nächste günstige Wetterfenster öffnet, wollen wir unseren Kurs wieder nach Süden richten.