Die Liparischen Inseln – Isola di Alicudi und Salina

Am Samstag den 12.10.2024 starten wir von Cefalù an der Nordküste Siziliens setzen wir Kurs auf die Liparischen Inseln. Unser heutiges Ziel ist Alicudi, die westlichste und kleinste Insel der Inselgruppe.

Die Bedingungen sind ruhig und wir haben nur wenig Wind. Der Motor läuft und die Angel ist draußen. Nach etwa der Hälfte der Strecke biegt sich plötzlich die Rute – ein wunderschöner, etwa einen Meter langer Mahi Mahi hat angebissen!

Nach einigen Versuchen, den wehrhaften Fisch in den Kescher und an Bord zu bekommen, löst er sich jedoch vom Haken und flieht zurück in die Freiheit. Die Enttäuschung ist riesig. Unser Abendessen schwimmt davon – und zwar ziemlich selbstbewusst.

Nach 34 Seemeilen erreichen wir die Isola di Alicudi. Die fast kreisrunde Insel besteht im Wesentlichen aus dem 675 Meter hohen Vulkankegel des Filo dell’Arpa. Die steilen Hänge steigen direkt aus dem Meer in den Himmel empor, während der Meeresboden rund um die Insel ebenfalls steil abfällt.

Es gibt so gut wie keine sichere Ankermöglichkeit. Deshalb befestigen wir unsere Leinen an einer Boje – und bezahlen dafür unglaubliche 80 Euro für eine Nacht.

Die knapp 100 Einwohner leben im Südosten der Insel rund um den einzigen Ort Alicudi Porto. Die wenigen Häuser sind durch steile Steintreppen miteinander verbunden, Straßen gibt es nicht. Erst seit 1990 verfügt die Insel über Elektrizität und Telefon. Der größte Teil der Insel ist unbebaut und naturbelassen.

Am Abend fahren wir mit dem Dinghy an Land und erkunden die kleine Siedlung. Wir entdecken ein Lokal, das allerdings im Oktober bereits geschlossen hat. Ein kleines Lebensmittelgeschäft ist der Treffpunkt der wenigen Menschen, die hier leben.

Auch wir kaufen uns kühle Getränke und genießen gemeinsam mit den Einheimischen und einigen Aussteigern den Sonnenuntergang.

Zu dieser Jahreszeit findet man hier absolute Ruhe und Abgeschiedenheit. In der Hauptsaison werden einige der kleinen Häuser vermietet, dann dürfte es auf Alicudi vermutlich etwas lebendiger zugehen.

Die Ruhe und Abgeschiedenheit der Isola di Alicudi gefallen uns sehr. Gerne würden wir ein paar Tage bleiben und die Insel zu Fuß erkunden.

Der hohe Preis für die Boje erscheint uns jedoch nicht angemessen. Deshalb heißt es: Leinen los und weiter.

Wir steuern die Südküste der Insel Filicudi an und suchen nach einer geeigneten Ankermöglichkeit. Der Meeresboden fällt schnell ab, die Möglichkeiten sind eingeschränkt und zudem wenig geschützt.

Nach einem kurzen „Fly-by“ entscheiden wir uns für die Weiterfahrt. Die Insel Salina soll bessere Möglichkeiten zum Ankern bieten.

Und wieder haben wir Anglerglück: Zwei Little Tunas gehen uns an den Haken. Den kleineren setzen wir vorsichtig zurück, der größere darf mit an Bord und wird später zu zwei schönen und leckeren Filets verarbeitet. Der Verlust des Mahi Mahi ist damit zumindest teilweise verschmerzt. 🙂

Wir umrunden Salina im Norden und steuern Santa Marina Salina an der Ostküste an. Vor der Marina, südlich des Haupthafens, werfen wir bei 8 Metern Wassertiefe den Anker.