Cefalù

Am Sonntag den 06.10.2024 verlassen wir die Marina Sitimar in Palermo und segeln rund 50 Kilometer entlang der Nordküste Siziliens Richtung Osten nach Cefalù. Im Schutz einer langen Hafenmole finden wir einen schönen Ankerplatz vor der Marina.

Cefalù ist ein kleines, charmantes Städtchen mit einer schönen Altstadt. Oberhalb der Stadt thront das Castello di Cefalù auf einem Felsen, etwa 300 Höhenmeter über dem Meer.

Der Aufstieg zur Burgruine führt von der Altstadt über einen steilen Steig spektakulär durch die Felslandschaft. Der Weg hat es durchaus in sich – die Aussicht macht die Anstrengung aber schnell wieder wett.

Oben angekommen, genießen wir eine herrliche Aussicht über die Küste und den Hafen. Weit unten entdecken wir unsere „Jera“ im tiefblauen Wasser.

Gedanken zur weiteren Reise

Es ist Anfang Oktober. Die letzten beiden Überfahrten von Menorca nach Sardinien und weiter nach Sizilien haben uns ordentlich Kraft gekostet.

Die Bedingungen waren für unsere Verhältnisse hart und fordernd, obwohl unsere Komfortzone beim Segeln mittlerweile schon recht groß ist. Stärkerer Wind und etwas mehr Krängung bringen uns nicht so leicht aus der Ruhe.

Dadurch kommen wir aber auch hin und wieder an die Grenze des Angenehmen und finden uns außerhalb unserer Komfortzone wieder. Es ist ein Balanceakt zwischen sich mehr zuzutrauen und sich dabei trotzdem noch wohlzufühlen.

Manchmal muss man auch anspruchsvollere Bedingungen erleben, um seine eigenen Grenzen beim Segeln zu erweitern. Dabei lernt man nicht nur das Schiff, sondern auch sich selbst besser kennen.

Während wir uns bei gemütlichen Bedingungen auch beim Segeln erholen und problemlos mehrtägige Schläge machen können, sieht es bei forderndem Wetter anders aus.

Bei Starkwind und hoher Welle muss man ständig aufmerksam sein, um auf Veränderungen sofort reagieren zu können. Neue Geräusche unter hoher Belastung und extreme Schiffsbewegungen sorgen für eine deutlich höhere Anspannung.

Auch während der Wachpausen lassen die Geräusche und Bewegungen des Schiffes kaum wirklich erholsamen Schlaf zu. Dann kostet das Segeln ordentlich Energie und wir fühlen uns entsprechend müde.

Auch das ist ein Grund dafür, dass wir uns gegen die Runde über die Pontinischen Inseln entschieden haben.

Wir haben inzwischen einen Winterliegeplatz in der Marina de Ragusa im Süden Siziliens gebucht.

Unsere Route dorthin führt entlang der Nordküste Siziliens, mit einem Abstecher zu den Liparischen Inseln und anschließend durch die Straße von Messina.

Irgendwie fühlen wir uns schon auf der Zielgeraden. Wann wir die Segelsaison tatsächlich beenden werden, wissen wir allerdings noch nicht. Ein paar Seemeilen und Abenteuer liegen schließlich noch vor uns.