Mazagon, Cadiz und Barbate

Nach drei Tagen in der Lagune zieht es uns weiter Richtung Osten.

Im Mündungsgebiet strömt das Wasser der Lagune in den Atlantik und bildet dabei eine kurze, stehende Welle. Doch Jeras Bug sticht unbeeindruckt durch, und schon bald gleiten wir wieder durch ruhiges Wasser weiter nach Osten.

In der Mittagszeit sind wir auf Höhe des Rio Guadiana. An diesem Grenzfluss gibt es sowohl am portugiesischen als auch am spanischen Ufer eine Marina. Keine der beiden hat einen Liegeplatz für uns, also segeln wir weiter bis zur Marina von Mazagon. Die Wetterprognosen kündigen starken Ostwind an, deshalb machen wir dort für zwei Tage fest.

Der Starkwind klingt ab, die Bedingungen für die Weiterfahrt sind gut. Bei Morgendämmerung verlassen wir die Marina und laufen aus der Ria de Huelva aus.

Hier an der Costa de la Luz befinden wir uns in einem Orca-Hotspot. In dieser Region hört man regelmäßig von Sichtungen und Begegnungen.

Wir segeln auf küstennahem Kurs und erreichen am Abend sicher und ohne Begegnung mit Orcas die Marina von Cádiz.

Die schöne Stadt liegt auf einer Insel in der Bucht von Cádiz und ist über Brücken mit dem andalusischen Festland verbunden.

Cádiz gehört zu den ältesten Städten Westeuropas und wurde der Legende nach von Herkules gegründet. Auf dem Wappen der Stadt steht „Herkules, Gründer und Herrscher von Cádiz“.

Das Wetter bleibt gut und unser Ziel – das Mittelmeer – liegt schon in greifbarer Nähe.

Wir nutzen jede Möglichkeit, voranzukommen und das Orca-Risikogebiet hinter uns zu lassen. Lieber verzichten wir auf ausgedehntes Sightseeing – diesmal muss Cádiz mit einem kurzen Besuch vorliebnehmen.

Bereits am nächsten Tag geht es für uns weiter. Es geht vorbei am berühmten Kap Trafalgar, wo 1805 die britische Flotte unter Admiral Nelson die französisch-spanische Flotte vernichtete. Nelson selbst konnte sich am Sieg nicht mehr erfreuen: Er fiel in der Schlacht selbst.

Nach 38 Seemeilen erreichen wir Barbate und lassen unseren Anker vor dem kilometerlangen Strand fallen.