Bereits um 7 Uhr gehen wir Anker auf und verlassen die Bucht von Sa Calobra in Richtung Osten. Es geht 25 Seemeilen die wunderschöne Nordküste entlang bis zum Cap de Formentor, das wir Richtung Süden umrunden.
Die gesamte Strecke schleppen wir unseren neuen 180g-Köder hinter uns her. Das Gewicht scheint gut zu passen, der Köder bleibt bei 6 Knoten Fahrt schön unter Wasser. Am Cap reißt jedoch die geflochtene Schnur. Die hohe Belastung durch den schweren Köder hat die Schnur durchgescheuert. 40 Meter gute Schnur und der nagelneue Köder sind verloren 🙁
5 Meilen südlich des Kaps erreichen wir die Bucht von Pollença. Wir steuern erst die Tankstelle und dann den Port de Pollença an, wo wir einen Liegeplatz gebucht haben.
Die gesamte Strecke hatten wir praktisch keinen Wind. Nun, beim Anlegen, wehen 15 Knoten von der Seite. 🙂 Spannend, aber alles geht gut. Wir liegen rückwärts an der Kaimauer.
Ein schnelles Anlegebier, beim Hafenmeister anmelden, und schon geht’s los mit den üblichen Arbeiten. Wir nutzen die Zeit in den Häfen immer bestmöglich. Das Schiff wird mit Süßwasser von Salz und Sand befreit, Trinkwasser wird gefüllt, Wäsche gewaschen und dann geht’s zum Einkaufen.
Normalerweise gönnen wir uns ein Taxi, um den Proviant zum Schiff zu bringen. Diesmal schaffen wir es nicht, ein Taxi zu rufen.
Also beschließen wir, mit dem Einkaufswagen bis zum Schiff zu fahren. Bei größter Hitze schieben, drücken und heben wir den schweren, prall gefüllten Einkaufswagen über Absätze und Gehsteigkanten durch das halbe Städtchen. So mancher beobachtet verwundert unsere Mühen.
Doch schon bald ist der Proviant an Bord und der Einkaufswagen zurück beim Geschäft.
Endlich ab in die Hafendusche und genussvoll die Körpertemperatur mit kaltem Wasser wieder auf Normalniveau bringen. 🙂
Geschafft! Wir sind wieder für 10 bis 12 Tage unabhängig, erst dann brauchen wir wieder Wasser.
Immer öfter denken wir an einen Wassermacher. Aus Meerwasser Trinkwasser zu erzeugen, würde die Freiheit wesentlich erhöhen. Doch noch schreckt uns die große Investition.
Zur Belohnung für die harte Arbeit gönnen wir uns ein Abendessen in der Cantina de Moll Nou, keine 50 Meter von unserem Schiff entfernt. Eine gute Wahl: Das Essen ist hervorragend und die Preise sind fair.
Nach dem Essen geht es zurück aufs Schiff, und wir fallen müde in die Koje.
Mittags müssen wir den Liegeplatz im Port IB wieder verlassen und werfen unseren Anker in der Bucht östlich vom Hafen.
Die große Bucht ist bei allen Windrichtungen gut geschützt, man liegt bei 5 Meter Wassertiefe.
Es gibt schönere Buchten, aber der sichere Ankerplatz lädt zum Verweilen ein. Bei ruhigem Wetter kann man hier das Schiff auch mal alleine lassen und Landausflüge machen.
Der Ort Port de Pollença hat eine nette und lebendige Promenade und ist für Juli nicht zu überlaufen. Zudem gibt es hier gute Versorgungsmöglichkeiten. Wir wollen auf jeden Fall ein paar Tage bleiben.
