Fazit zu Menorca

Seit 7 Wochen sind wir nun auf Menorca. Deutlich länger als gedacht. Das Wetter hat uns lange keine Möglichkeit gegeben, weiter nach Sardinien zu segeln. Zumindest nicht bei Bedingungen, die uns bei einer zweitägigen Überfahrt Spaß gemacht hätten. Am nächsten Mittwoch scheinen die Bedingungen nun zu stimmen. Eigentlich positive Aussichten, doch mich überkommt ein fast trauriges Gefühl.

Wäre die Weiterfahrt nach zwei, drei Wochen ganz selbstverständlich und im Fahrtenseglermodus Routine gewesen, haben wir mittlerweile fast unser Herz an die Insel verloren.

Zu Beginn haben wir uns für zwei Tage ein Mietauto genommen, und das 50 Kilometer lange und 16 Kilometer breite Menorca war recht schnellerkundet. Wir glaubten, die Insel gesehen zu haben. Aber die wahre Schönheit und die Herzlichkeit findet man oft erst auf den zweiten Blick. Die wohltuende Ehrlichkeit, die einem das Gefühl gibt, als Gast akzeptiert zu sein, ohne dass einem unehrliche Gastfreundschaft vorgespielt wird, ist genau das, was wir mögen. Man trifft sich auf Augenhöhe.

Die Konzerte und Veranstaltungen im historischen Mercat de Claustre, die spektakulären Fiestas der Mare de Déu de Gràcia mit denmenorquinischen Pferden, die schöne Stadt Mahon und der Nachbarort Es Castell mit unserem Lieblingscafé, in dem die Mamaleckere Tapas zubereitet und sich täglich Schachspieler duellieren. Dazu kommen beste Einkaufsmöglichkeiten für Lebensmittel und ein toller Fischmarkt direkt am Hafen.

Mittlerweile kennen wir viele Ecken abseits der Touristenpfade und fühlen uns ein wenig zu Hause.

Und jetzt sollen wir weg von Menorca? Ein herrlichesInselparadies und seine wunderbaren Menschen verlassen? Nach einem Jahr in Spanien nach Italien segeln? Kann die Mentalität dort den Spaniern das Wasser reichen?

Jeder Abschied ist ein Risiko. Ein Risiko, dass es schlechter wird. Aber auch eine Chance für Neues. Unser Nomadenleben besteht aus vielen Abschieden und aus genauso vielen Chancen.

In unseren Köpfen haben wir eine Liste mit Lieblingsorten begonnen. Da finden sich Paradiese wie die Azoren, Madeira und Andalusien. Und Menorca liegt in der Liste weit oben. 🙂