Cala de Addaya und Fornells

An der Nordküste von Menorca gibt es zwei Buchten, die auch bei Mistral guten Schutz bieten.

Die Cala Addaya zieht sich fjordähnlich über 2 Seemeilen ins Landesinnere. Die Einfahrt ist schmal und verwinkelt, das enge Fahrwasser ist mit Bojen markiert. Zahlreiche Untiefen, Riffe und kleine Inseln säumen die Zufahrt. Bei starkem Nordwind baut sich vor der Bucht eine starke Brandung auf, die das Ein- und Ausfahren unmöglich machen kann. In der Bucht ist man jedoch gut geschützt.

Der Ankerbereich liegt im hinteren Bereich der Bucht, südlich des kleinen Puerto Addaya. Ein Bojenfeld und zahlreiche Dauerlieger schränken die Anker- und Schwojmöglichkeiten sehr ein.

Hier dauert das Ankermanöver etwas länger, doch wir finden einen brauchbaren Platz und liegen mit ausreichend Abstand zu den Nachbarbooten.

Die Wasserfläche der Bucht reicht vom Ankerplatz noch tiefer ins Landesinnere, die Wassertiefe ist jedoch gering. Wir erkunden das Gebiet mit dem Dinghy.

Bereits um 8 Uhr bereiten wir uns auf die Abfahrt vor. Heute geht’s in den Hafen von Fornells. Wir brauchen Wasser und Lebensmittel.

Wenige Meter vor unserem Bug ankert ein spanisches Schiff und liegt nun genau auf unserer Ankerkette.

Da der Nachbar noch schläft, gestaltet sich das Ankeraufmanöver etwas umständlich. Aber zum Glück ist es fast windstill.

Vorsichtig holen wir die Kette soweit ein, bis unser Bug seitlich von seinem Heck ist. Mitdem Schub unseres Bugstrahlruders drücken wir dasseitliche Schiff weg, bis wir den Anker oben haben. Wir haben weniger als einen Meter Abstand, als wir an ihm vorbeifahren.

Verschlafen schaut uns der Nachbar nach. Das knappe Manöver hat ihn vermutlich unsanft aus dem Schlaf gerissen. Selber schuld …

Gemütlich geht es aus dem verwinkelten Fjord, dann nach Westen Richtung Fornells. Bereits um halb 11 sind wir vor dem Hafen, unser Liegeplatz wird jedocherst um 12 Uhr frei. Also werfen wir den Anker und frühstücken erst einmal gemütlich.

Am Montag verlassen wir den Port IB in Fornells und möchten eigentlich einige Tage an der Nordküste verbringen. Es kündigt sich jedoch wieder starker Mistral an. Zudem beobachten wir eine eigenartige Wetterentwicklung zwischen dem spanischen Festland und den Balearen.

Keine idealen Bedingungen für die größtenteils ungeschützte Nordküste. Wir beschließen daher, zurück Richtung Mahón und in die geschützte Cala Teulera zu segeln.