Dienstag 21.10.12025 – Für Donnerstag werden Gewitter gemeldet. Bei den letzten Unwettern waren wir in der Gera Bucht und sind gut und sicher gelegen. Daher suchen wir auch dieses Mal dort Schutz. Von hier sind es 37 Seemeilen dorthin.
Wir verlassen den Ankerplatz von Erassos und kreuzen bei 15 kn Wind aus östlicher Richtung gegen an. Mit 5 Knoten Fahrt segeln wir hart am Wind und kommen gut voran. Doch auf Höhe der Einfahrt in den Golf von Kallonis fahren wir wie gegen eine Wand. Plötzlich ist die Fahrt aus dem Schiff, eine starke Strömung läuft gegen uns, konfuse Wellen Rollen aus der Fahrtrichtung auf uns zu.
Wir versuchen verschiedene Kurse, aber wir schaffen keine Strecke nach Osten mehr. Es macht keinen Sinn, wir brechen unser Vorhaben ab. Anstelle zur Gera Bucht segeln wir zurück in die Apothikes Bay, am Eingang zum Golf von Kallonis. So geht es nun statt Amwind mit einem angenehmen Raumschottkurs und wir haben Welle und Stömung von hinten.
Morgen soll der Wind südlicher sein und uns bessere Bedingungen Richtung Gera bringen.
Mittwoch 22. Oktober 2025 – Kurz vor 7 Uhr klettern wir aus der Koje und bereiten uns für die Abfahrt vor. Draußen ist es herbstlich feucht und klamm, als wir die Kuchenbude abbauen. Um halb 8 sind wir schon im engen Kanal bei der Ausfahrt des Golfes. Die Strömung ist mit uns und es geht mit 6,5 Knoten Fahrt durch das markierte Fahrwasser.
Nach der Ausfahrt setzen wir die Segel und kreuzen bei 15kn Wind Richtung Osten.
Am Kap vor Plomari schläft der Wind ein und wir starten den Motor. Wir erreichen den Golf von Gera und steuern in die schöne Einfahrt.
In der Skala Loutra fällt unser Anker. Nach der Umrundung von Lesbos ist es fast wie nach Hause kommen. Diese Bucht bietet geschützte Ankerbereiche bei Wind aus Norden, Osten und Süden. Hier liegen wir gut für das Unwetter morgen.
Am Abend spazieren wir noch ins 2,5 km entfernte Dorf Loutra. Nach den Regenfällen der letzten Wochen hat sich die Landschaft hier sehr verändert. Überall ist es saftig grün, es blühen Blumen, sogar Pilze sprießen.
Auf der Terrasse einer urigen Taverne nehmen wir Platz und essen zu Abend. Die Preise sind günstig, die Qualität mittelmäßig. Erst bei einem Toilettenbesuch erkennen wir den Zustand des Lokals. Alles ist mit Gerümpel vollgestellt, kein Zentimeter der Theke ist mehr frei. Die Küche ist winzig und mit Allerlei komplett vollgestellt, die Wirtin hat keine freie Arbeitsfläche. Es sieht absolut Messi mäßig aus und wir machen uns Sorgen über die Qualität unserer Mahlzeit… ein verdorbener Magen bleibt zum Glück aus 🙂
Donnerstag 23. Oktober 2025 – Heute bei Tagesanbruch beginnt es zu regnen und die Schauer gehen den ganzen Tag. Der Wind bleibt mäßig, das Schiff liegt ruhig und sicher. Die gemeldeten Unwetter streifen uns nur, die Gewitter bleiben aus.
Am Abend machen wir es uns im Salon gemütlich und genießen einen Filmabend.
Freitag 24. Oktober 2025 – Auch der heutige Freitag beginnt bewölkt, aber der Wind reißt schon einige blaue Löcher in die Wolkendecke. Immer wieder fegen Böen um die 20 Knoten durch, aber es regnet nicht. Morgen soll sich das Wetter weiter bessern.
Samstag 25. Oktober 2025 –
Wie gemeldet beginnt der Tag sonnig und mit wenig Wind. Nach dem Frühstück geht’s an Land, heute wandern wir vom kleinen Hafen von Loutron aus um die Halbinsel von Katafigio Agrias.
Das erste Stück spazieren wir entlang der Straße bis zur Asteria Fish Taverne, ab dort geht es auf einem unbefestigten Weg weiter entlang der Küste. Nach etwa 2 km sieht man eine winzige Insel mit der Kapelle Agios Isidoros. Der Weg führt entlang der Nordseite der Halbinsel vorbei an einigen wenigen Ferienhäusern in schöner ruhiger Lage.
Nach etwa dreiviertel der Strecke gehen wir entlang der Straße nach Loutra. Von dort führt ein Weg entlang alter Olivenhaine zurück zum Hafen. Nach der 8km Wanderung gönnen wir uns einen Sprung ins kühle Nass.
Danach fahren wir mit dem Dinghy nach Petama, dem Dorf auf der gegenüberliegenden Seite der Gera Bucht. Wir kaufen Lebensmittel und gehen in die Balouchanas Fischtaverne essen.
Sonntag 26.10.2025 – Die Nacht ist kühl, am Morgen haben wir 17° im Schiff. Passend zur Temperatur wurde die Zeit eine Stunde zurückgestellt, wir haben wieder Winterzeit.
Die Prognosen melden für heute ruhige Bedingungen, morgen bringt eine Kaltfront jedoch starken Südwind und gegen Abend eventuell Gewitter und Regen.
Montag 27.10.2025 – Die Unwettern ziehen nördlich von uns vorbei, das Dauerleuchten der Blitze ist aber gut zu sehen. Hier bekommen wir nur Regen ab. Um 23 Uhr ist alles vorbei, nur hin und wieder zeichnen Regentropfen schöne Ringe in das spiegelglatte Wasser.
In diesem Teil von Lesbos scheint der Schutz richtig gut zu sein, wir haben hier nun schon drei Unwetter gut überstanden.
Nachdem wir 2 Tage nicht von Bord konnten, freuen wir uns auf etwas Bewegung und spazieren durch den Ort Perama.
Mittwoch 29.10.2025 – Traumhaftes Herbstwetter lädt zu einer Wanderung auf den Berg Ekklisia Profitis Ilias ein.
Der Aufstieg führt durch das Dorf Loutra, dann bergauf zur Kapelle Panagia und von hier weiter auf einem Schotterweg über unzählige Serpentinen bis auf den höchsten Punkt des Berges. Am Gipfel steht die kleine Kirche Ekklisia Profitis Ilias zwischen einem Wald von Sendemasten. Bis hier sind es etwa 8 Kilometer und 420 Höhenmeter.
Für den Abstieg wählen wir einen nicht offiziellen Weg hinunter nach Loutra. Der schmale Steig windet sich durch Olivenplantagen abwärts. Eine schöne Strecke inmitten einer wunderbaren Landschaft. Bei einer Quelle gabelt sich der Weg und führt an einer uralten Plantane vorbei. Der beeindruckende Riese ragt aus dem Wald hoch in den Himmel, der Stamm hat über 2 Metern Durchmesser.
Hier mündet der Steig in einen Schotterweg und führt direkt ins Dorf .
In Loutra kehren wir in der Taverne To Steki tou Strati ein und stärken uns mit leckerem griechischen Essen.
