Gegen Mittag verlassen wir die Gouvia Marina und nehmen Kurs nach Süden. Unser heutiges Ziel ist die Bucht von Lakka auf der Insel Paxos.
Die Strecke eignet sich hervorragend, um unseren Motor ausgiebig zu testen. Nach den Problemen der vergangenen Tage werfen wir regelmäßig einen Blick auf den Vorfilter und kontrollieren das Kraftstoffsystem. Doch alles bleibt unauffällig – kein Schmutz im Wasserabscheider, keine Anzeichen weiterer Störungen.
Als wir schließlich in Lakka den Anker fallen lassen, ist der Motor fast fünf Stunden lang ohne die geringsten Probleme gelaufen. Möglicherweise beschränkte sich die Verschmutzung tatsächlich auf die Kraftstoffleitungen und wurde durch den Filterwechsel vollständig beseitigt. Zumindest hoffen wir das.
Lakka präsentiert sich Ende April noch von seiner ruhigen Seite. Das kleine Dorf wirkt entspannt und beinahe verschlafen. Nur wenige Restaurants und Bars haben bereits geöffnet, dennoch findet man alles, was man für den Alltag benötigt – von Lebensmitteln bis zur Wäscherei.
Gestern sind auch unsere Freunde Gerd und Nanni mit ihrer Sunrise in Lakka angekommen. Am Abend treffen wir uns an Bord zu unserem inzwischen berühmt-berüchtigten Spieleabend. Wie immer wird viel gelacht, und die Zeit vergeht deutlich schneller als geplant.
Heute machen wir uns gemeinsam auf den Weg nach Gaios. Die Wanderung führt zunächst nach Longos und anschließend weiter über die Insel. Durch Olivenhaine, kleine Dörfer und entlang aussichtsreicher Küstenabschnitte legen wir rund zwölf Kilometer und einige Höhenmeter zurück.
In Gaios angekommen, haben wir uns eine ausgiebige Pause verdient. Im Restaurant Athina genießen wir gutes Essen und kühle Getränke, bevor wir für den Rückweg ein Taxi nehmen.
Am nächsten Morgen verlassen wir die Bucht von Lakka, umrunden Paxos im Norden und folgen unter Motor der beeindruckenden Westküste nach Süden.
Die Küste zeigt sich von ihrer wilden Seite. Steile Felsen fallen ins tiefblaue Meer ab, dazwischen verstecken sich Höhlen und kleine Buchten. Nach der Umrundung der Südspitze der Insel steuern wir die geschützte Bucht von Mongonissi an.
Hier lassen wir den Anker fallen und genießen die Ruhe. Anfangs sind wir das einzige Schiff in der Bucht. Erst gegen Abend treffen zwei weitere Boote ein und teilen sich mit uns den idyllischen Ankerplatz.
Nach dem Frühstück schnüren wir erneut die Wanderschuhe. Unser Ziel ist der Tripitos Arch, ein spektakulärer natürlicher Felsbogen an der Südwestküste von Paxos.
Der Weg führt durch die typische Landschaft der Insel mit ihren uralten Olivenbäumen und niedrigen Steinmauern. Als wir den Felsbogen erreichen, werden wir mit einem beeindruckenden Ausblick auf die zerklüftete Küste und das offene Ionische Meer belohnt.
Von dort wandern wir weiter nach Gaios und folgen anschließend der Küste zurück nach Mongonissi. Nach mehreren Stunden zu Fuß freuen wir uns auf die Rückkehr zur Jera und einen entspannten Abend vor Anker.
