Cala Calobra

Um 8 Uhr bereiten wir uns auf die Weiterfahrt vor. Unser Ziel: die Cala Calobra, eine der schönsten Buchten der Balearen. Wir gehen davon aus, dass es in dieser Cala recht voll sein wird, und haben deshalb auch einen Alternativplan.

Als wir nach etwa einer Stunde in die Bucht einbiegen, liegen nur drei Schiffe vor Anker, und ein Katamaran verlässt gerade den besten Platz. Perfekt! Wir fahren bis knapp an die Begrenzung des Schwimmbereiches und werfen unseren Anker nahe der östlichen Felswand. Ein wunderbarer Ankerplatz vor einer beeindruckenden Landschaft.

Am Ende der Bucht, zwischen den Felswänden, ist ein kleiner Strand, den man vom Land aus über einen spektakulären Weg erreichen kann. Der Weg startet bei der kleinen Siedlung Sa Calobra und führt durch zwei enge Tunnel zum Kiesstrand.

Vom Schiff aus kann man nur einen kleinen Strandbereich sehen, dahinter beginnt jedoch ein breiter Canyon.

Bis Mittag füllen sich der Strand und der Ankerbereich in der Bucht. Die sehenswerte Naturkulisse ist sehr beliebt. Zwischen 11 und 18 Uhr ist es sehr lebendig, davor und danach jedoch herrlich ruhig. Hierher kommen viele Tagesgäste, nur wenige Schiffe bleiben über Nacht.

Wir erkunden die Bucht mit Taucherbrille und Schnorchel und sind begeistert von der Vielfalt der Unterwasserwelt. Ein Ort, wie wir ihn lieben.

Nach einer ruhigen Nacht starten wir bereits um 8 Uhr mit dem Dinghy zur Siedlung Sa Calobra und wandern durch die Tunnel zum Strand und weiter in den Canyon.

Der Flusslauf ist großteils trocken, und man kann gut zwischen den einzelnen Wasserbecken entlanggehen. Der Canyon wird immer mehr zur Schlucht, und wir erreichen einen felsigen Abschnitt.

Bis in die Felsnischen in großer Höhe hat sich Treibholz angesammelt. Das lässt erahnen, welche Wassermassen bei Regen aus dem großen Einzugsgebiet des Tramuntana-Gebirges hier ankommen können.

Ab hier wäre Klettern angesagt, daher beschließen wir umzudrehen. Auf dem Rückweg kommen uns bereits die ersten Badegäste entgegen. Wir ziehen uns aufs Schiff zurück.

Für den 18. Juli haben wir im 30 Seemeilen entfernten Pollença einen Hafenplatz reserviert. Wir müssen unsere Wassertanks auffüllen. Bis dahin wollen wir hier bleiben.

Die Zeit in der Bucht von Sa Calobra ist ein Hochgenuss. Die hohen Felswände spenden Schatten, die Temperatur bleibt über den Tag angenehm, das Wasser ist sauber und kühl.

Wir erkunden die Bucht mit Taucherbrille und Schnorchel und entdecken eine Vielfalt von Fischen. Mel zählt 15 Arten.

Sogar ein gut getarnter Kraken entkommt nicht unserer Neugier. Wir vermuten, dass es sich um einen White-spotted Octopus handelt. Stunden verbringen wir in der faszinierenden Unterwasserwelt.

Am Abend geht’s an Land zur einzigen öffentlichenSüßwasserdusche. 50 Cent für 2 Minuten Vergnügen – wir verprassen einige Euros im herrlich kühlen Brausestrahl. 🙂

Am Morgen kommen einige Windböen in die Bucht, und wir schwojen um den Anker. Wir schnorcheln zum Anker und kontrollieren seine Position. Er liegt bombenfest und wird von einem Stechrochen bewacht.

Gemeinsam freuen wir uns über den Anblick – unser erster Rochenin freier Wildbahn. Ein weiteres Highlight in dieser Bucht.