Nach einer ruhigen Nacht mit wenig Schwell klettern wir ausgeruht aus der Koje. Beim ersten Kaffee beschließen wir, die lebendige Insel Formentera zu verlassen und nach Ibiza zu segeln.
Selbstverständlich ist uns klar, dass auch Ibiza nicht gerade die Insel der Ruhe ist. Aber an der Nordküste soll es gemütliche Buchten geben. Da wollen wir hin.
Nach einer kurzen Überfahrt erreichen wir Ibiza und segeln entlang der Westküste, umfahren die Felsinsel Sa Conillera im Nordwesten und legen Kurs nach Osten. Schon 2 Meilen nach der Insel steuern wir die Cala Bassa an und suchen eine Ankermöglichkeit.
Große Seegrasfelder und die Wassertiefe machen das Ankern nicht einfach. Letztlich liegt der Anker in der Mitte der Bucht bei 15 Metern Tiefe mit über 60 Metern Kette.
Bereits gestern Abend gab es ein paar kleine Regenschauer. Eigentlich ein Hochgenuss bei der Wärme und eine willkommene Abkühlung. Die Großwetterlage kommt jedoch aus Südwesten und bringt kräftig Saharasand mit. Jeder Tropfen Regen bringt roten Sand. Schon nach kurzer Zeit ist Jera von einer Sandschicht bedeckt.
Nach dem Aufstehen und dem Morgenkaffee beginnt das große Reinigen. Vor Anker können wir natürlich nur Salzwasser verwenden. Wir beginnen mit der Solarfläche, dann Bimini, Deck, Cockpit und Dinghy. Zuletzt wird der Rumpf gewaschen. Am Nachmittag ist der Sand dann größtenteils beseitigt und Jera schaut wieder gut aus 🙂 Beim nächsten Hafenaufenthalt wird dann eine Süßwasserwäsche folgen.
Unser Trinkwasser neigt sich dem Ende, wund da Jera noch ordentlich Sand an den Vorsegeln und Salz am Deck hat, entscheiden wir uns für einen Hafentag. Am Vormittag rufen wir im Club Náutico an und kommen auf eine Warteliste. Nach 13 Uhr sollen wir uns noch einmal melden, dann erfahren wir, ob ein Liegeplatz frei ist.
Bis dahin ankern wir in der Bucht von Sant Antoni, westlich des Hafens, und lassen uns das Frühstück schmecken. Auch hier lässt es sich gut liegen und das Trinkwasser reicht ja auch noch 1 bis 2 Tage.
Um 13 Uhr erfahren wir, dass in der Marina ein Platz frei ist. Wir gehen Anker auf und fahren in die schöne Marina. Die Stege schauen neu aus, alles ist sehr gut gepflegt. Wir melden uns im Marinaoffice an und sind vom Preis positiv überrascht. 68 Euro inklusive Trinkwasser und Strom sind für Ibiza durchaus okay. Wir wollen die Zeit in der Marina gut nutzen: die Vorsegel herunterholen und den Sand gut ausspülen, das Salz vom Deck waschen, Lebensmittel einkaufen und Wäsche waschen. Erst um 21 Uhr ist endlich alles erledigt.
Dann genießen wir die Dusche in der Marina und gehen danach in das Städtchen Sant Antoni. An der Promenade liegt das bekannte Café del Mar, bekannt für gute Chill-out-Musik und schöne Sonnenuntergänge. Wir möchten die entspannte Atmosphäre erleben und sind bereit, die hohen Preise zu akzeptieren. Wir bekommen einen netten Tisch und warten 20 Minuten vergeblich auf einen Kellner, bevor wir aufstehen und ungechillt das Lokal wechseln 🙂
In Rita’s Cantina bekommen wir leckeres Essen und Getränke zu einem fairen Preis und freuen uns letztlich über das „gesparte“ Geld.
San Antonio ist eine Partystadt, laut und bunt. Uns hat es hier trotzdem gefallen und wir konnten alles für unsere Weiterfahrt erledigen. Am nächsten Tag verlassen wir die Marina und werfen unseren Anker in der nahen Ankerbucht vor San Antonio.
Nach einer gemütlichen Ankernacht starten wir am Sonntag den 23.06.2024 in den Norden von Ibiza. Der Wind kommt von Nordosten und so kreuzen wir bei 15 bis 18 Knoten Wind und 0,5 bis 1 m Welle gegenan. Wir segeln bis auf die letzten 4 Seemeilen die gesamte Strecke und erreichen nach 8 Stunden die Cala San Miguel.
In der Cala San Miguel haben wir eine schwellige Nacht und wollen wir bereits am nächsten Tag weiter in eine besser geschützte Bucht, die Cala Portinax.
