Bootsarbeiten in Almerimar

Nach einer Nacht am Liegeplatz geht es schon um 8 Uhr zum Schiffskran. Keine zwei Stunden später steht Jera im Trockendock und das Unterwasserschiff wird mit einem Hochdruckreiniger gewaschen. Dabei zeigt sich ein Problem mit dem Copper Coat. An mehreren Stellen haben sich Blasen gebildet, einige Bereiche sind beim Reinigen abgeplatzt. Das Copper Coat wurde erst im Frühjahr für viel Geld von einer Werft in Deutschland neu beschichtet. Leider in enttäuschender Qualität, sodass es nun bereits repariert werden muss.

Die Wellendichtung ist schnell getauscht, die Arbeiten am Copper Coat halten uns nun allerdings länger als geplant im Trockendock.

Schon kurz nach unserer Ankunft in Almerimar sind wir vom Segelmodus in den Hafenmodus gewechselt. Nun bestimmen nicht mehr das Wetter und die Route unseren Tagesablauf. Jetzt planen wir nach Lust und Laune. Täglich erledigen wir Arbeiten am Schiff und unternehmen ausgedehnte Spaziergänge.

In Ruhe lassen wir die vergangene Saison Revue passieren und reden über die schönen und weniger schönen Erlebnisse. Doch letztlich sind wir uns zu 100 % einig, dass unser Segelabenteuer weitergehen soll. Das Nomadenleben auf dem Segelschiff gefällt uns.

Auf der Reise vom Norden hierher haben wir einige Ideen für die Ausrüstung unseres Schiffes gesammelt, die das Leben an Bord angenehmer machen.

Bereits im Trockendock tauschen wir unseren 20-kg-Bruceanker gegen einen 25-kg-Bügelanker und einen speziellen Wirbel an der Verbindung zur Kette. Im Mittelmeer werden wir viel ankern. Eine ordentliche Ankerausrüstung sorgt für entspannte Ankernächte.

Am 24. September geht es dann endlich zurück ins Wasser und zu unserem reservierten Liegeplatz im Hafen.

Mit Alfonso, einem echten Spezialisten für Edelstahlarbeiten, besprechen wir die Ausführung unseres Geräteträgers. Aus Ideen werden Skizzen, aus den Skizzen entsteht ein echtes Edelstahlkunstwerk.

Ein durchdachter Geräteträger bringt große Vorteile für ein Fahrtenschiff unserer Größe.

Wir möchten zukünftig möglichst energieautark sein und unseren Strom mit Photovoltaik gewinnen. Die Solarpaneele finden auf dem Geräteträger ihren perfekten Platz. Vier Solarpaneele mit einer Gesamtleistung von maximal 700 Watt versorgen über zwei Laderegler unsere Batterien zukünftig mit Strom.

Zusätzlich investieren wir in einen neuen Inverter mit 3.000 Watt. Damit lassen sich die meisten 220-Volt-Elektrogeräte an Bord betreiben.

Und einen weiteren großen Nutzen hat der Träger: Mit Seilzügen wird dort unser Dinghy verstaut und ist so schnell einsatzbereit. Dadurch gewinnen wir wichtigen Platz an Deck.

Zuletzt brauchen wir hier im Süden unbedingt einen guten Sonnenschutz beim Segeln. Wir montieren ein Bimini über dem Cockpit.

Viel Arbeit wartet auf uns … und Jera wird immer mehr zu einem echten Fahrtenschiff.

Östlich an Almerimar grenzt das Naturschutzgebiet Punta Entinas-Sabinar, eine schöne Lagunenlandschaft mit Salzwiesen und Dünen. Bei unseren Ausflügen beobachten wir dort Flamingos, Graureiher, Löffelenten und Korallenmöwen.

Bei Starkwind schätzen wir Segler den guten Schutz in der Marina. Dann treffen sich die Kitesurfer vor dem Hafen und zeigen spektakuläre Manöver und hohe Sprünge.

An das Mar de Plástico, die riesigen Flächen mit Gewächshäusern, muss man sich gewöhnen. Doch wenn man jedoch die Hintergründe kennt, fällt dies leichter. Die Region um El Ejido war bis in die 1970er-Jahre eine verarmte, wenig fruchtbare Einöde. Erst durch den Bau der Gewächshäuser wurde das Gebiet zum heutigen Agrarzentrum und zu einer der reichsten Regionen Spaniens.

Der Anbau wird zunehmend nachhaltiger. Viele verwenden bereits biologische Schädlingsbekämpfungsmethoden und eine sehr effiziente Bewässerung. Wir profitieren hier von einer großen Auswahl an gutem und günstigem Obst und Gemüse.

Westlich von Almerimar liegt das Castillo de Guardias Viejas, eine Festung aus dem 17. Jahrhundert. Einst diente sie zur Verteidigung gegen Piraten und Feinde, heute dient sie als Veranstaltungsort und Museum.