Porto

Seit drei Tagen liegen wir auf der Isla do Faro, im Naturschutzgebiet der Illas Cíes, vor Anker. Der starke Westwind hat nachgelassen und die Wellen an der Küste haben sich beruhigt. Es ist Zeit, unsere Reise Richtung Süden fortzusetzen.

Um 6 Uhr morgens, bei Morgendämmerung, gehen wir Anker auf. Obwohl in unserer Region aktuell keine Orca-Sichtungen bekannt sind, bleiben wir mit unserem Kurs küstennah.

Gegen Mittag erreichen wir das Mündungsgebiet des Rio Minho. Hier überschreiten wir die Grenze zwischen Spanien und Portugal.

Mit Portugal erreichen wir bereits das achte Land auf unserer Reise mit dem Segelschiff.

Unser heutiges Ziel ist die Douro Marina bei Porto, zwei Kilometer flussaufwärts am Rio Douro. Die Einfahrt in den Fluss soll bei beginnender Flut erfolgen. Dann heben sich der Gezeitenstrom und die Fließgeschwindigkeit des Flusses fast auf.

Um 16 Uhr liegt die Mündung des Douro vor uns und wir steuern zwischen den beiden Wellenbrechern in den Fluss. Unser Timing passt, und es geht problemlos flussaufwärts bis zur Douro Marina. Strömungen und Wirbel machen die Anfahrt zum Hafen spannend. Doch je näher die Stege kommen, desto ruhiger wird das Wasser. Eine Stunde später sind die Leinen fest und Jera liegt sicher an den Schwimmpontons der Marina.

Beim Einchecken im Hafenbüro freuen wir uns über ein tolles Willkommensgeschenk. Wir erhalten einen Gutschein für eine Besichtigung eines Portweinkellers inklusive Verkostung. Die Sache hat jedoch einen kleinen Haken: Der Termin ist bereits morgen um 12 Uhr mittags. Doch das kann wahre Seeleute nicht erschüttern. 🙂

Am Abend erkunden wir noch ein wenig den netten Ort Vila Nova de Gaia am Südufer des Douro.

Der Schlaf nach der gestrigen Segeletappe tut gut und darf etwas länger dauern. Schon das dritte Mal drücke ich den Wecker weg, doch irgendwann erinnern wir uns an die vereinbarte Weinverkostung. Also raus aus der Koje und schon machen wir uns auf den Weg Richtung Weinkeller in Vila Nova de Gaia.

Die Führung durch den Weinkeller ist interessant, und wir erfahren vieles zur Herstellung und Lagerung von Portwein.

Wir müssen über uns selbst lachen. Ohne Frühstück stehen wir mittags vor den riesigen Weinfässern und prosten uns bei der Weinprobe zu. Der rote Portwein ist süß und lecker. Gerne nehmen wir ein zweites Glas, um die fruchtige Note noch etwas genauer zu erkunden. Als Nächstes wird der weiße Portwein serviert, ein richtig gutes Tröpfchen. Und zum Abschluss gibt es noch eine Probe vom speziellen Rosé-Portwein. Auch dieser wird nach ein bis zwei Gläsern für gut befunden.

Mit schwerer Zunge bedanken wir uns für die Führung und die Verkostung. Wir wollen nun dringend erst einmal das Frühstück nachholen.

Porto ist nach Lissabon die zweitgrößte Stadt Portugals. Die schöne Lage am Nordufer des Rio Douro, die Brücken und die engen Gassen sind ein absolutes Erlebnis. Die Altstadt gehört heute zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Ein Tag im Trubel der touristisch geprägten Stadt reicht uns jedoch. Lieber erkunden wir das Mündungsgebiet des Douro und die Strände am Atlantik.