Seit zwei Wochen liegen wir nun im Hafen von A Coruña. Wir genießen die Zeit, machen Ausflüge und schwimmen im mittlerweile angenehmen Atlantik.
Die Marina von A Coruña liegt gut geschützt hinter einer langen Hafenmole. Nur wenn höhere Wellen aus nördlichen Richtungen in die Bucht laufen oder Fähren und Kreuzfahrtschiffe in den Stadthafen fahren, hat man etwas Schwell.
Die Sanitärräume sind gut und sauber, die wasserreiche Erlebnisdusche ist mega. Es gibt Waschmaschinen und Trockner. Auf dem Marinagelände findet man ein Restaurant und einen Minimarkt.
Über die Marina können wir einen Elektrotechniker organisieren, der sich unser defektes System anschaut. Raul, der Techniker, ist ein absoluter Topmann. In kurzer Zeit findet er die Ursache für unser Problem. Der Gewindebolzen eines Stromanschlusses an der Lichtmaschine ist gebrochen. Je nach Position der Bruchstelle fließt mehr, weniger oder gar kein Strom. Bei der Kontrolle entdeckt Raul zudem einen Defekt am Hauptschalter des 12-V-Systems. Beim Austausch bemerkt er auch noch, dass die Verkabelung nicht korrekt angeschlossen ist.
Alle Probleme werden behoben und wir testen das System. Die neue Lichtmaschine bringt konstant um die 14 V, der Fischer-Panda-Generator liefert 220 V, der Landstrom ebenfalls. Der Laderegler für die Umwandlung von 220 V auf 12 V funktioniert einwandfrei. Alle Instrumente, Anzeigen und der Autopilot sind in Ordnung.
Die Lichtmaschine wurde vor nicht einmal einem Jahr in der Werft in Großenbrode eingebaut. Dort wurde uns auch für die Prüfung der Elektrotechnik viel Geld verrechnet. Und nun sind wir aufgrund grober Mängel in ernsthafte Probleme und eine gefährliche Situation geraten. Wir sind sehr enttäuscht.
Seit Rauls Einsatz läuft unsere Elektrotechnik ohne Probleme. Seine Erklärung ist nachvollziehbar und gibt uns wieder Vertrauen in unsere Technik.
Jera ist wieder startbereit. Wir nehmen uns jedoch noch Zeit für die schöne Stadt.
A Coruña ist eine Hafenstadt auf einer Landzunge, die nach Norden in den Atlantik zeigt. Dadurch ergibt sich eine geschützte östliche Seite, an der die Marina und der Stadthafen liegen, und eine zum Atlantik offene westliche Seite. Hier liegt der Leuchtturm Torre de Herkules. Eine Inschrift im Fundament des Turms zeugt davon, dass bereits römische Seeleute das Leuchtfeuer zur Orientierung nutzten.
Auf der Atlantikseite ist auch der große Stadtstrand, perfekt für eine Abkühlung. Bei Westwind bilden sich jedoch ordentliche Wellen. Dann gehört der Strand den Surfern.
Die Stadt hat viele Parks und Grünanlagen. Eine schöne Uferpromenade verläuft von der Marina bis zum Stadthafen. Die engen Gassen der mittelalterlichen Altstadt sind abends sehr belebt, eine Tapasbar reiht sich an die nächste. Unsere Lieblingslokale liegen etwas außerhalb der Altstadt und werden meist nur von Einheimischen besucht.
Unsere Tipps:
Buena Sombra – ein kleines Restaurant in der Nähe des Industriehafens; günstig und Topküche!
D’Oleo Jamoneria – eine nette Bar mit mega Tapas.
Cafe Bar Momos – gemütliche Bar mit guten Tapas.
Troppo – Café/Bar mit guter Musik.
Zur Sommersonnenwende feiert A Coruña die Johannisnacht. In der Stadt herrscht dann reges Treiben, auf den Straßen werden Sardinen gegrillt und Getränke ausgeschenkt. Bei Sonnenuntergang trifft man sich am Strand und bei Dämmerung werden hunderte Lagerfeuer entzündet. Bei Musik und Tanz wird bis in den Morgen gefeiert.
A Coruña ist eine wunderschöne Stadt mit freundlichen Menschen. Eine lebenswerte Gegend. Wir fühlen uns hier sehr wohl – und lieben Galizien!
