Nach nur einer Nacht verlassen wir die königliche Marina von Oostende und machen uns auf den Weg Richtung Frankreich. Nach Deutschland, den Niederlanden und Belgien ist Frankreich das vierte Land unserer Reise.
Die 35 Seemeilen nach Dunkerque absolvieren wir bei Windstille und ruhigen Bedingungen unter Motor.
Der ostseitige Wellenbrecher des Hafens ist teilweise zerstört und die Trümmer liegen knapp unter der Wasserlinie. Es ist daher wichtig, diese verborgene Gefahr zu berücksichtigen und die „richtige“ Hafeneinfahrt anzusteuern. 😉
Wir sind kurz vor der Hafeneinfahrt, als wir Hupzeichen hören. Ein Schleppverband aus einem Tanker und drei Lotsenschiffen kommt von hinten und fordert freien Platz in der Einfahrt.
Wir hatten zwar den Tanker bereits aus der Entfernung kommen und die Lotsenschiffe aus dem Hafen fahren sehen, aber nicht damit gerechnet, wie schnell die Leinen gelegt und Fahrt Richtung Hafen aufgenommen wird. Wir drehen ab und lassen den Schleppverband überholen.
Tief in der großen Hafenanlage liegt die Grand Large Marina, gut geschützt vor Wind und Welle. Wir legen uns längsseits an den Schwimmsteg.
Dunkerque hat etwa 86.000 Einwohner und ist die nördlichste Stadt Frankreichs. Traurige Bekanntheit erlangte die Stadt im Zweiten Weltkrieg. Von der deutschen Armee eingekesselt, erfolgte die Evakuierung Tausender Franzosen mit Hilfe der Briten. Auf etlichen Denkmälern wird die tragische Geschichte beschrieben und an die Grausamkeiten dieser Zeit erinnert.
Heute ist Dunkerque ein sehr nettes und freundliches Städtchen. Es bietet gute Einkaufsmöglichkeiten und gemütliche Lokale.
Mel war früher schon öfter im Norden Frankreichs und ich folge gerne ihren kulinarischen Empfehlungen. Ich probiere zum ersten Mal Moules-frites, Galette und Cidre. Ein echter Hochgenuss! Wir besuchen die einfachen und sehr guten Fischrestaurants, genießen Meeresfrüchte und frische Austern. Zwar zu fairen Preisen, aber unser Budget leidet. 😉
Die Temperaturen steigen, wenn nicht gerade Nordwind herrscht. Das Schiffsleben wird immer angenehmer.
Östlich der Marina führt eine Fußgängerbrücke direkt zur Strandpromenade und ermöglicht schöne Spaziergänge entlang des weiten Strandes.
