Oostende

Heute geht’s von Scheveningen etwa 80 Seemeilen weiter nach Oostende in Belgien. Auf dieser Etappe kreuzen wir die Zufahrt zu einem der größten Seehäfen der Welt: Rotterdam.

Um 07:30 Uhr sind wir kurz vor dem weitläufigen Zufahrtsbereich nach Rotterdam.

Mit einem Sportboot darf man das stark befahrene Verkehrstrennungsgebiet nur in einem genau definierten Korridor queren. Vorher melden wir uns per Funk bei der Verkehrszentrale von Rotterdam an. Diese gibt die Durchfahrt frei und dirigiert die wesentlich schnellere Großschifffahrt vor oder hinter uns vorbei. Während der Querung fahren wir mit konstanter Geschwindigkeit, halten Kurs und vertrauen auf die vor und hinter uns vorbeifahrenden Profis der Berufsschifffahrt.

Es ist unglaublich schwierig einzuschätzen, wann sich die Kurslinien der unterschiedlich schnellen Schiffe kreuzen. Wir fahren 6 Knoten, die Frachter drei- bis viermal so schnell. Oft kann man kaum glauben, dass ein Schiff querab am Horizont auftaucht und trotzdem noch locker vor uns durchgeht. Wir fühlen uns wie bei einem Spaziergang über eine Autobahn.

Was uns tatsächlich erwartet, ist eine einfache, in die Jahre gekommene Marina mitten in einem lebendigen Industriehafen. Viele Liegeplätze werden von den Schiffen der Offshore-Windparks genutzt. Nicht weit entfernt verläuft eine stark befahrene Schnellstraße.

Die Marina liegt gut geschützt und ist grundsätzlich schon okay, aber weit weg von royal. 🙂 Wir überdenken unseren Plan und wollen gleich am nächsten Tag weiter nach Dunkerque.